2. Preis Wettbewerb Paradieshof

'Mit dem Paradieshof in Alt-Sachsenhausen wird für die Fliegende Volksbühne Frankfurt eine permanente Spielstätte errichtet. Mit dem Bau dieser Spielstätte soll der angrenzende Paradiesplatz zusätzliche Belebung erfahren, und Alt-Sachsenhausen einen weiteren kulturellen Magneten erhalten. Der Entwurfsverfasser entscheidet sich daher für einen Neubau, der das Grundstück an der Ecke Paradiesgasse/Paradiesplatz in annährend derselben Kubatur wie der Bestand neu besetzt. Formuliertes Ziel ist es, einen Baukörper zu entwickeln, der einerseits eine eigene Identität entwickelt, andererseits die vorhandene Bebauung respektiert. Eine zum Paradiesplatz hin sich öffnende und leicht konkave Fassade soll die besondere Geometrie des Platzes stärken und als einladende Geste verstanden werden. Das Erscheinungsbild der Platzfassade wird hauptsächlich bestimmt durch die räumliche Idee einer „Stadtbühne“. Durch einen großen Einschnitt wird aus dem Bauvolumen ein zweigeschossiger Raum subtrahiert. Es entsteht so eine „Stadtloggia“, die als eine Art Theaterbühne im Stil des verbreiteten Guckkastenprinzips interpretiert werden kann. Diese Maßnahme erlaubt eine räumlich/visuelle Wechselwirkung zwischen Paradiesplatz und Theaterinnenraum.

Insbesondere im Erdgeschoss, wo der Platz quasi ins Gebäude hinein erweitert wird. Hier wird nach dem „Haus-im-Haus-Prinzip“ ein holzverkleideter, kreisförmiger Theatersaal eingestellt und fungiert so vom Platz aus gesehen als Teil der „Stadtbühnenkulisse“:

Wie die Passanten von außen eine deutliche Vorstellung vom öffentlichen und theatralen Charakter des Gebäudes gewinnen sollen, wird umgekehrt dem Nutzer des Gebäudes die Möglichkeit eingeräumt, das Geschehen auf dem Platz wahrzunehmen. Somit fängt die Stadtbühne ein Stück städtisches Leben ein. Besucher werden zu Darstellern, Passanten zu Zuschauern.

Der Entwurf nimmt damit auch Bezug auf einen wesentlichen Anspruch der Freien Volksbühne, die ihren auf ein breites Publikum angelegten Anspruch bereits im Namen trägt. Hochkultur und Altagskultur sollen an dieser Stelle und mit der neuen Nutzung miteinander in ein Wechselverhältnis treten, weniger als Antipoden, sondern als einander ergänzend und inspirierend verstanden werden.

Projektdaten
Adresse: Paradiesplatz, Frankfurt am Main
Bauherr: Stadt Frankfurt
Entwurfsteam Jo. Franzke Architekten: Jo. Franzke, Sandro Pino Cicatello; Nutzung: Theater, Bürgersaal, Wohnungen

Jo. Franzke Architekten
Jo. Franzke
Ludwigstraße 2-4
60329 Frankfurt am Main
Telefon: +49(0)69 - 13 81 20-0
Fax: +49(0)69 - 13 81 20-29
info@jofranzke.de
www.jofranzke.de